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Titelstory des Country Circle - Ausgabe 10/2001 |
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Katja Kaye “On My Way” Der ungewöhnliche Weg
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Sie kommt aus dem Norden Deutschlands, ist aber alles andere als kühl. Wenn Katja Kaye singt, geht von ihrer ganzen Person ein warmes Strahlen aus, das die Herzen zum Schwingen bringt. |
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Ihre erste Begegnung mit Country Music macht sie mit etwa 13 Jahren als sie John Denver im Radio hört. Von diesen Klängen fasziniert und tief berührt bleibt sie der Musikrichtung auf der Spur und entdeckt dabei Emmylou Harris. Mit 14 Jahren wird sie stolze Besitzerin einer Wandergitarre. Sie versucht, mit ihren kargen Englischkenntnissen Songtexte aus Schallplatten herauszuhören und singt mit Hingabe bei Privatfesten, auf Klassenfahrten oder für ihre Freunde. „Eine Schulfreundin bat mich, ihr was auf Cassette aufzunehmen. Sie meinte, wenn sie das hört, dann bekommt sie gute Laune“ erinnert sich Katja. Sie ist gerade 16 geworden, als sie zum ersten Mal auf einer öffentlichen Bühne in einem Countryclub in Hamburg steht und eine Mischung aus Country, Folk und Gospel zum Besten gibt. Da wird plötzlich ihr Vater schwer krank. Als Katja mitten in den Abiturprüfungen steht, verstirbt er schließlich an Lungenkrebs. Traurig, schockiert und verwirrt hört Katja auf die wenigen Ratschläge, die ihr gegeben werden, dass „Musik nur ein Hobby sein kann“. Weil ihr Gerechtigkeit schon immer sehr wichtig gewesen ist, glaubt sie, ein Jurastudium sei das Richtige für sie. Sie spielt weiter in verschiedenen Amateurbands, probiert auch andere Stilrichtungen aus, aber bleibt mit ihrem Herzen dem Country treu. Nach Abschluß der Staatsexamen eröffnet sie ihr eigenes Anwaltsbüro in Hamburg. Sie macht ihre Arbeit engagiert, aber die Sehnsucht nach der Musik bleibt.
Als Denver im Oktober 1997 mit dem Flugzeug tödlich verunglückt, wird ihr mehr als einmal bewußt, was „zu spät“ heißt. In ihr wird der Wunsch geboren, jetzt endlich ihrer eigenen Bestimmung zu folgen. Doch bevor sie – gegen den Widerstand der Familie und vieler Freunde – ihren Beruf als Rechtsanwältin über Bord wirft, will sie dorthin, wo die Wurzeln ihrer Musik liegen: 1998 macht sie sich auf den Weg nach Nashville, Tennessee. „Mein Gott, war das aufregend !” erinnert sie sich. „Ich hatte keine Ahnung, wie es dort sein würde und was ich dort tun könnte. Im Flugzeug dachte ich mehrfach: Du bist doch wahnsinnig.“ Wenig später schreibt Katja nach Hause: Ich habe mich noch nie so am richtigen Platz gefühlt wie hier in Nashville. Die Stadt explodiert fast vor Lebendigkeit. Ich werde mit offenen Armen aufgenommen. Es ist so leicht, Kontakt zu finden, zu Musikerkollegen und Songschreibern ebenso wie zu den Machern des Musikgeschäftes. „Der Umgang miteinander ist fair und herzlich“ schwärmt sie noch jetzt. „Ich bin in Nashville ermutigt worden wie nie zuvor. Ob ich in Clubs aufgetreten bin oder im Studio gearbeitet habe, man sagte mir: Du hast eine exzellente Stimme, Du siehst super aus, Du hast Persönlichkeit und Du schreibst schöne Musik – also hast Du alles, was man braucht, um erfolgreich zu sein. Tu es einfach ! - Wieder zu Hause angekommen, sagten viele ‘Amerikaspezialisten‘: ja, so sind sie, die Amis. Heute bejubeln sie Dich und sind Deine Freunde und morgen wissen sie nicht mehr, wer Du bist. – Dieser Gedanke hat mich so beunruhigt, dass ich sofort alle Spartöpfe geplündert und den nächsten Flug nach Nashville gebucht habe.“ Die Sängerin und Songschreiberin wollte nicht nur herausfinden, ob man sich an sie erinnern würde, sondern auch zumindest Demoaufnahmen für einige ihrer eigenen Songs machen. Außerdem erinnerte sie sich daran, daß ihre Mutter sich von ihr schon lange Aufnahmen der Countryklassiker „die Du früher immer so schön gesungen hast“, wünschte. So entstand die Idee, eine Mischung aus eigenen und Coversongs aufzunehmen und das Album „For Mom“ herauszubringen, das 1999 auf dem deutschen Markt erschien.
Auch von anderer Seite kam mehr als nur verbale Hilfe: Als der Dollarkurs nach oben schnellte, verzichteten Musiker und Toningenieure teilweise auf ihr Honorar. Sie sagten: „Du hast so viel Talent. Wir wollen, dass Du es schaffst“. Aber auch in Deutschland und Europa kann Katja sich über immer mehr Freunde und Fans freuen. Auf der Berliner Countrymesse hat z.B. „Trucker Horst“ – ein auf vielen Festivals bekannter und beliebter Händler, der sich auch oft für wohltätige Zwecke engagiert – Katja Kaye für sich entdeckt und unterstützt sie seither tatkräftig. Andere Freunde helfen vor Ort bei den Auftritten oder geben gute Ratschläge. Bei ihrem Auftritt im Juni dieses Jahres in Nordhausen wird Katja mit einem tollen Geburtstags-geschenk überrascht: Als sie mitten im Publikum steht und sich zur Bühne umdreht, sieht sie plötzlich einen wunderschönen Autogramm- und Verkaufsstand, über dem ihr Name prangt. Für einen Moment zittert die Stimme, weil sie so gerührt ist – aber die kleine Schwäche macht ihr nichts aus. „Ich möchte auch auf der Bühne einfach nur ein Mensch sein. Jemand der sich öffnet und seine Gefühle fließen läßt und sich freut, wenn davon etwas vom Publikum zurückkommt“.
„Ich habe musikalisch noch viel vor“ verrät Katja Kaye, und Ihre Augen blitzen vor Tatendrang. „Es ist mir wichtig, meinen eigenen Musikstil zu finden und zu pflegen. Und ich möchte gern noch möglichst viel in der Welt herumkommen und auch Deutschland besser kennenlernen.“ Autorin: Edith Jeske |
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Die Veröffentlichung der Titelstory geschieht mit freundlicher Genehmigung von Herrn Kai Niebergall (Verleger) und Frau Edith Jeske (Autorin). Link zum Country Circle: www.countrycircle.de |
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